Kampala / Lubowa (Uganda)


Nach einer nicht ganz planmäßigen Anreise mit Kenya Airways, landeten wir wohlbehalten in Entebbe, wo John und Lili schon auf uns warteten. Statt einer Flugzeit von 6 Stunden, waren wir fast 11 Stunden unterwegs, da wir den Anschlussflug in Nairobi aufgrund einer Verspätung verpasst haben.

Wir stellten schnell fest, dass wir hier ein ganz anderes Afrika kennenlernen würden. Alles ist viel chaotischer, lebhaft und bunt, die Landschaft wird dabei von der Farbe Grün dominiert. John und Lili empfingen uns so herzlich, wie wir sie schon aus Namibia in Erinnerung hatten. Es fiel uns zunächst schwer zu realisieren, dass wir nun tatsächlich alle zusammen in Uganda waren. Wir fuhren zuerst zu Ihrem Haus in Lubowa, wo eine kleine, haarige Überraschung auf uns wartete. Lubowa liegt zwischen Kampala, der Hauptstadt Ugandas und Entebbe. Das Anwesen ist ein Traum, ein weißes Haus im alten Cape Town Stil, mit einer überdachten Terrasse als Eingang, eingebettet zwischen Bäumen und Pflanzen, die es lebendig wirken lassen. Es wird außerdem regelmäßig von einem Affen besuchten, der seit kurzem hier lebt. Es handelt sich dabei um eine beeindruckend aussehende und für die Gegend unübliche Affenart namens De Brazza’s Monkey.


                  


Er scheint sich jedenfalls pudelwohl zu fühlen und wenn niemand in der Nähe ist, rennt er auch mal ins Haus, um Früchte zu stehlen. Der Besitzer des ganzen Anwesens, dessen Grundstück gleich angrenzt, hat zudem etwa 6 große Landschildkröten, die sich entsprechend langsam durch das Grün bewegen. Für uns war es der perfekte Ort, um nach dem vielen Reisen wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Doch zunächst hatten wir noch zu klären, ob wir die erhofften Genehmigungen für das Gorilla Trekking erhalten. Dazu fuhren wir zum nahegelegenen Büro der Agentur. Die Touren sind zu dieser Jahreszeit eigentlich lange im Voraus ausgebucht. Wir hatten zwar schon im Vorfeld einigen Email-Verkehr mit der Agentur, jedoch war es bis zuletzt keineswegs klar, ob wir die zwei Plätze bekommen würden. Es war pures Glück, dass noch genau 2 Genehmigungen im gesamten Monat Juli erhältlich waren. Nun ging es daran das ganze Geld aufzutreiben, welches in Bar zu hinterlegen ist. Der Preis pro Person beträgt 600 USD für die Genehmigung + 50 USD Bearbeitungsgebühr der Agentur + 50 USD für eine Übernachtung in der Gorilla Valley Lodge, die möglichst nahe am Trekking Startpunkt liegt. Das Gorilla Trekking ist also nicht gerade günstig, jedoch zahlt man beispielsweise in Ruanda sogar noch mehr. Wir sind davon überzeugt, dass es das Geld wert ist, doch warten wir es ab.  

Den Rest des ersten Tages nutzten wir ausschließlich zur Entspannung. Am nächsten Tag machten wir eine Stadtrundfahrt durch Kampala und besuchten dabei die Gaddafi National Moschee. Wie schon zu erahnen ist, wurden die finanziellen Mittel für den Bau des beeindruckenden Gebäudes, interessanter Weise von jenem Muammar Al-Gaddafi zur Verfügung gestellt. Der Rest ist Geschichte. 
In der Stadt, die von Menschenmassen überfüllt ist, möchte man eigentlich nicht Autofahren, da es praktisch keine Verkehrsregeln gibt. Als Europäer wird man zudem ständig angegafft, was uns aber nicht wirklich überrascht hat. Nach einem leckeren indischen Mittagessen, besuchten wir am Abend ein Restaurant mit afrikanischer Live Musik. Dabei lernten wir sehr nette Freunde von John und Lili kennen. Craig, der ebenfalls aus Kanada stammt, ist ein Lehrer-Kollege der Beiden, der zur Zeit Besuch von seiner alten Freundin Laura hat, die in Japan lebt, jedoch aus Chicago stammt. Die Geschwister Eveline und Sheila sind einheimisch und leben bzw. studieren direkt in Kampala. Es war ein sehr afrikanischer Abend, bei dem Isabella die Gelegenheit bekam zusammen mit unseren Freunden und anderen Afrikanern, die den Rhythmus im Blut haben, die Hüften zu schwingen. 

Nach der Tanznacht war ein Tag der Erholung nötig, bevor wir zusammen mit Craig und Laura unsere Reise zum Lake Bunyonyi, der unweit von Bwindi (dem Gebiet des Gorilla Trekking) liegt, antraten.