Bangkok / Koh Chang / Koh Lipe - Thailand





Nach dem anstrengenden Trek und der trockenen Kälte in den Himalayas, sehnten wir uns bereits sehr nach dem feucht-warmen Klima Thailands. Da wir schon früher in Thailand waren und Bangkok nun mal das Touristen Drehkreuz Südostasiens ist, fühlten wir uns bei der Ankunft so als würden wir in unser zweites Zuhause heimkehren. Man weiß gleich wo man hin muss und was alles kostet, man kennt sich zur Abwechslung von Anfang an aus. Die Stadt gefällt uns von Mal zu Mal besser, wir kennen mittlerweile jede Ecke in und um die Khao San Road und es war schön die vielen bekannten Gesichter in den Hostels und Restaurants wiederzusehen. Die Khao San Road ist übrigens die Backpacker Meile schlechthin. Bunte Leuchtreklamen säumen die Straße, in der sich unzählige Läden, Reisebüros und Restaurants angesiedelt haben. Jeder Backpacker, der einmal in Südostasien war, besitzt mindestens ein T-Shirt, welches er in der Khao San Road gekauft hat. Sie ist für viele Backpacker der Startpunkt ihres Abenteuers und dient als Tor zu Südostasien.  
Auch für uns war es an der Zeit sich neue Klamotten zuzulegen und Alte wegzuwerfen. Es gab endlich wieder frische Früchte und das leckere Thai Food in den Straßenrestaurants. Die wohltuenden Thai-Massagen versprachen Linderung für unsere beanspruchten Muskeln. Isabella gönnte sich außerdem eine ausgiebige Pediküre und Maniküre Behandlung. Wir waren nach dem Trek in den Himalayas ausgelaugt und abgemagert, doch Bangkok hat uns regelrecht wiederbelebt. 

Der eigentliche Grund unseres spontanen Zwischenstopps in Bangkok, war der Geburtstag von Isabellas bester Freundin, Mirela. Die Geburtstagsüberraschung hatten wir bereits von Nepal aus eingefädelt. Der Plan war, sie und ihren Freund (Franz) während des Transfers am Flughafen zu überraschen und uns ihrem Thailand Urlaub anzuschließen. Unsere neuen Ziele, waren nun zwei weit voneinander entfernte Inseln (Koh Chang und Koh Lipe), auf denen wir jeweils eine Woche Urlaub von unserer Backpackerreise machen würden :)  Wir wären sonst eigentlich direkt nach Myanmar/Birma gereist, da wir vom Süden Thailands schon in der Vergangenheit viel gesehen haben. Doch noch war es nicht soweit. 

Zufälligerweise waren zur selben Zeit auch Moritz und Stella (Moritz ist ein ehemaliger Arbeitskollege von uns) in Bangkok. Wir freuten uns sehr endlich wieder vertraute Gesichter aus der Heimat wiederzusehen und verabredeten uns mit ihnen zum Abendessen im sehr zu empfehlenden Straßenrestaurant “Magic Thai Food by Max”, welches sich in der Parallelstraße zur Khao San Road befindet. Wir hatten nun Gelegenheit die vielen Geschichten aus der Heimat und unserer Reise auszutauschen. Es war ein schöner und lustiger Abend und wir verabredeten uns noch zum Frühstück, bevor die Beiden ihre Weiterreise antreten mussten.  

   


Nach drei entspannten Tagen in Bangkok ohne Sightseeing, machten wir uns auf zum Flughafen und zu unserer Überraschungsaktion. Wir warteten aufgeregt am Ausgang des Sicherheitsbereichs und verdeckten unsere Gesichter mit Happy Birthday Schildern, die wir vorher gebastelt hatten. Die Minuten fühlten sich dabei an wie Stunden. Als die Beiden rauskamen und wir die Schilder runtergenommen haben, saß der Schock  bei Mirela tief (Franz war eingeweiht), doch die Freude war riesig und die Überraschung ist somit gelungen. Wir hatten uns natürlich viel zu erzählen und es ging nun zusammen per Flug über Trat weiter nach Koh Chang. Gerade die Mädels hatten natürlich viel Klatsch und Tratsch auszutauschen, während die Jungs sich über die wirklich wichtigen Dinge im Leben, wie Sport, unterhielten. Mit unseren Freunden, kamen nicht nur die Menschen, die wir vermissten, sondern auch ein Stück Heimat zu uns. So genossen wir die Momente, die uns schon so lange fehlten - da sind wir wohl selbst schuld :) 




Im Golf von Thailand hatte es zu der Zeit ungewöhnlich heftige Monsunregen gegeben. Koh Samui und Koh Pha-ngan wurden sogar zum Katastrophengebiet erklärt. Doch auf Koh Chang hatten wir glücklicherweise nur gelegentlich kurze Regenfälle, ansonsten konnten wir das legere Strandleben genießen und mal nichts organisieren, buchen, recherchieren oder erkunden. Allzu viele Backpacker finden zwar nicht nach Koh Chang, günstige und schöne Unterkünfte gibt es aber trotzdem, wenn man sich ein wenig umsieht. Die meisten Strände sind weitläufig und man erkundet die Insel am besten mit einem Moped, was wir dann auch getan haben - scheee war’s :)


  
   
   
   
   
   
   

Danach ging es per Flug über Bangkok nach Hat Yai und weiter mit dem Speed Boat nach Koh Lipe, welches auf der Andaman-See Seite, weit im Süden an der Grenze zu Malaysia liegt. Wir haben die Insel schon vor einem Jahr um etwa die gleiche Zeit besucht und freuten uns in dieses Paradies zurückzukehren. Doch selbst in einem Jahr, hatte sich vieles verändert. Die Insel, die eigentlich zu einem Naturschutzgebiet gehört, wird immer weiter zugebaut. Die Hauptstrände werden voller und sind von Booten praktisch zugestellt. Es sind nur noch ein oder zwei Strände übrig, wo man das türkis-/hellblaue Meer und den weißen Sandstrand ungestört genießen kann. Da wirkt es wie eine Farce, dass man die Insel noch immer als Naturschutzgebiet bezeichnet und beim Betreten des Strandes sogar eine Gebühr erhebt. Trotz allem, ist Koh Lipe bislang unsere Lieblingsinsel in Thailand. Wir haben auch dieses Mal eine Unterkunft an einem ruhigen Strand gefunden und wollten am Ende gar nicht mehr weg. Kein Wunder, denn die Insel lädt zum Müßigsein ein. Es gibt, wie gesagt, noch immer ruhige, ja fast einsame Strände und Abends bekommt man in der Walking Street einfach alles geboten. Es gibt coole Bars, ein gemütliches Kino im Freien, Streetfood, Restaurants mit Thai- und westlicher Küche sowie Massage Studios.

       
                
                             

Wir hatten nach ein paar Tagen auf Koh Lipe gar nicht mehr das Gefühl auf einer langen Backpacker Reise zu sein, sondern im “normalen” Urlaub mit Freunden. Am Strand konnten wir mal wieder ein Buch lesen, schnorcheln oder einfach rumliegen. Viel mehr hat die Insel schon aufgrund ihrer Größe nicht zu bieten. Langweilig wurde es trotzdem nicht, denn Franz plante seinerseits eine Überraschung für Mirela, wovon auch wir nichts wussten. Es gab ein besonderes Ereignis zu feiern, nämlich die Verlobung der Beiden, an der wir exklusiv teilhaben durften. Ja, wir haben eben sehr romantische Freunde :) Und wer würde bei einem Antrag in der paradiesischen Atmosphäre der thailändischen Inseln schon Nein sagen? 


   


Leider mussten Mirela und Franz uns kurz vor Weihnachten wieder verlassen und uns wurde dabei wieder bewusst welch besonderes Privileg wir genießen dürfen, indem wir an einem Ort einfach so lange bleiben können, wie es uns gefällt, jedenfalls solange das Visum noch gültig ist. Andererseits waren wir traurig uns schon wieder von Freunden verabschieden zu müssen, aber auch sehr dankbar für die schöne gemeinsame Zeit. 

       
   

Am Weihnachtsabend bekamen wir Heimweh, da wir ihn in diesem Jahr alleine verbringen mussten, fernab von unserer Familie. Ein wenig Weihnachtsstimmung kam bei uns erst auf nachdem wir mit der Familie skypten und live bei der Bescherung in Deutschland dabei sein konnten. Um den Abend abzurunden, sahen wir uns noch den Klassiker “Kevin allein in New York” bei etwa 30° in unserem Bungalow an und aßen die Lebkuchen, die uns Mirela zurückgelassen hatte :p 




Mit Mirela und Franz hatten wir auch die Gelegenheit überflüssig gewordenes Gepäck, wie schwere Wanderschuhe und warme Kleidung, nach Hause zu schicken und damit erheblich an Gewicht zu sparen. Unsere Rucksäcke waren mit jeweils 20 kg ohnehin viel zu schwer und so konnten wir je 5 kg loswerden. 
Wir haben auf Koh Lipe noch drei Tage angehängt, ehe uns wieder die Abenteuerlust gepackt hat und wir uns per Flug nach Mandalay (in Myanmar/Birma) aufgemacht haben.