Inle Lake - Myanmar / Birma



Unser Guest House am Inle Lake befand sich in einer ruhigen Gegend, wobei es auch im Stadtzentrum nicht gerade hektisch zugeht. Wir mieteten uns für die Tage zwei Fahrräder vom Guest House für je einen Dollar am Tag, denn das ist die wohl beste und günstigste Art den Ort zu erkunden. Mit den Fahrrädern konnten wir schnell das Hotel unserer nachgereisten Freunde, sowie die Restaurants und Reisebüros erreichen. Ein Tagesausflug auf dem See, ist hier natürlich ein Muss. Da es jedoch die ersten beiden Tage immer wieder mal geregnet hat, haben wir die Bootstour zunächst verschoben. 

Wir hatten von einem Weingut ganz in der Nähe gehört und entschlossen uns eine für Myanmar doch ungewöhnliche Weinverkostung zu wagen. Das Gut liegt wie es sich gehört in einer sehr idyllischen Gegend außerhalb der Stadt, etwa 15 Minuten mit dem Tuk-Tuk. Dafür, dass sich das Projekt wahrscheinlich noch in den Kinderschuhen befindet, war der Wein auch ganz ok, hat uns aber nicht vom Hocker gehauen. Im Gegenzug hatten wir gutes Wetter und von der Terrasse eine herrliche Aussicht auf die Reben, den Inle See und die dahinter liegenden Berge. Auch bei unserer ersten traditionell burmesischen Massage, wurden wir nicht enttäuscht. Hierbei wird mehr Wert auf Entspannung gelegt, als beispielsweise bei einer klassischen Thai-Massage. 

  
   

Am dritten Tag endlich, konnten wir unseren Tagesausflug auf dem See machen. Das Warten hat sich auch wirklich gelohnt, denn wir bekamen viele Eindrücke vom Leben auf dem malerischen Inle Lake vermittelt. Man mietet dazu ein Boot, in dem maximal fünf Passagiere Platz finden und kann die gewünschte Route individuell mit dem Bootsführer abstimmen. Gleich zu Beginn der Bootsfahrt bekamen wir die berühmten Fischer, oder auch Einbeinruderer genannt, zu sehen. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um echte Fischer, was wir schon gehört hatten. Man kann die Fake Fischer schon daran erkennen, dass sie in der traditionellen Fischermontur verkleidet sind und sofort bei jeder Gelegenheit für die Touristen posieren. Die echten Fischer tragen übrigens kaum noch diese Art Kleidung und heben auch nicht ständig brav das Beinchen in die Höhe für jedes Objektiv in der Nähe. Macht man ein Foto, wird man für die professionelle Pose gleich zur Kasse gebeten. Wir haben die Fake Fischer trotzdem mal aus sicherer Entfernung fotografiert :) Man kann sich das Theater aber sparen, denn das Boot fährt später ohnehin noch an genug echten Fischern vorbei. 

   
  
  
   
  
   

In einem Dorf machten wir Halt, um eine Weberei sowie die Padaung (Langhalsfrauen) zu besuchen. Die Weberei ist wahrscheinlich zum Großteil für die Touristen in Betrieb, doch war es trotzdem interessant den Produktionsablauf einer alten birmesischen Weberei zu sehen. Bei den Langhalsfrauen fanden wir es weniger lustig. Ganz offensichtlich befinden sie sich nur zur Belustigung der Touristen dort, denn diese Volksgruppe lebt eigentlich in einer anderen Gegend. Die Padaung sind eigentlich ein Bergvolk im Südosten Myanmars. Viele Padaung-Frauen pflegen eine ungewöhnliche Tradition. Sie tragen von Kindheit an einen schweren Halsschmuck, der die Schultern deformiert und dadurch den Hals scheinbar verlängert. Ursprünglich sollten die Ringe angeblich vor den Angriffen der Tigern schützen, während die Männer nicht in den Dörfern waren. Findige Geschäftemacher belebten den Tourismus, indem sie zahlreiche Frauen, die seit Ende der 1980er Jahre von Myanmar nach Thailand flüchteten, in Schaudörfern als „Long Neck Karen“ oder „Giraffenhalsfrauen“ vermarkten. Dasselbe passiert nun also auch mit den in Myanmar verbliebenen Frauen. 


 
   
  


Wir fuhren weiter auf den See hinaus. Tief im Nirgendwo, gingen wir in dem kleinen Dorf von Indein am Westufer des Inle Sees, von Bord. Der sich hier befindende Shwe Indein Tempel beheimatet mehr als 1000 eingefallene und von der Natur überwucherte Stupas. Wir fühlten uns stellenweise an Ayutthaya in Thailand erinnert. Das eigentliche Highlight der Tour, war für uns jedoch einfach durch die schwimmenden Dörfer zu fahren und zu beobachten wie sich das Leben der Menschen dort draußen auf dem Wasser abspielt.  


  
   
   


Der Ort am Inle Lake hat auch kulinarisch einiges zu bieten. Wir haben hier vor allem lokale Leckereien, sowie auch mal wieder indisches Essen genoßen.  
In den umliegenden Bergen soll man außerdem hervorragend trekken und sich dabei mitten durch die Chilliplantagen spazieren können. Nach dem langen Trek in Nepal, hatten wir jedoch noch nicht wieder das Bedürfnis zum Wandern.

Wir traten anschließend unsere Reise nach Yangon, der Hauptstadt Myanmars, an. Für unsere Freunde ging es leider in die andere Richtung, zu den Stränden an der Westküste, weiter.