Yangon - Myanmar / Birma



Yangon oder früher Rangoon, war bis 2006 Hauptstadt von Myanmar und ist die größte Metropole des Landes. Rangoon wurde sie während der britischen Kolonialzeit genannt. Den Briten sind zumindest einige beeindruckende Kolonialbauten zu verdanken, viele sind jedoch völlig verrottet und verfallen, da zur Sanierung das nötige Kleingeld fehlt. In Yangon steht auch das Nationalheiligtum, die Shwedagon-Pagode, der wir natürlich einen Besuch abgestattet haben. Die Pagode ist echt riesig und angeblich wird alle 3 Jahre die komplette Goldverkleidung entfernt und neu angebracht. Als wir ein paar Schnappschüsse machen wollten, stellten wir fest, dass unser Objektiv kaputt war.  Wir waren natürlich etwas bedröppelt, machten dann aber einfach das Beste daraus, indem wir uns ein schattiges Plätzchen suchten und die heilige Stätte auf uns wirken ließen. Ohnehin, ist jedes Foto, das man schießt, ein entgangener Moment, den man im Gegenzug jedoch halbwegs seinen Mitmenschen vermitteln kann. 
Die Anlage selbst ist sehr beeindruckend, viel spannender fanden wir aber das Treiben um die Pagode herum. Wir beobachteten die vielen Menschen, die zum Beten herkommen, sich einfach in einem Eck ausruhen, picknicken oder vor der Pagode posieren. So verweilten wir noch etwas bis die tief stehende Sonne Ihre letzten Strahlen auf die Pagode warf und sie in ihr schönstes Kleid hüllte. Die ebenfalls bekannte Sule Pagode fanden wir auch schön, sie wird jedoch von der Shwedagon Pagode klar in den Schatten gestellt. 

  
   

Wer in Yangon der Großstadthektik etwas entkommen möchte, findet dazu in den vielen Parks der Stadt Gelegenheit. So haben auch wir ein paar ruhige Stunden im Park verbracht. Die Einheimischen genießen die Ruhe im Grünen und entspannen am See. Verliebte spazieren händchenhaltend umher oder sitzen sich umarmend im Schatten der Bäume und genießen Ihre Zweisamkeit. An Plätzen in der ganzen Stadt sieht man vor allem Jugendliche, die sich zu ihren Dates treffen und viel Romantik versprühen. Sie verstecken sich gerne unter ihren Sonnenschirmen und vergessen so die Welt um sich herum. Yangon war für uns daher so etwas wie das Paris Südostasiens.  

Als Nächstes schauten wir uns nach einem Laden, um unser Objektiv wieder richten zu lassen. Nachdem wir zwei große Mall’s erfolglos abgeklappert haben, fragten wir uns auf der Straße durch und wurden schließlich fündig. Wir landeten in einer Straße, in der ausschließlich Kameraläden und Tüftler ansäßig waren. Wir vertrauten das Objektiv einem der Tüftler an und sollten es in 3 Stunden wieder abholen. Noch waren wir uns nicht sicher, ob es gut gehen würde, der Mann erschien uns aber vertrauenswürdig. Und tatsächlich, als wir das Objektiv abholten war es wieder einsatzfähig und das für knappe 15 Euro - alles richtig gemacht :) Wie schon in Indien, zeigte sich uns auch in Myanmar, dass in diesen Ländern alles möglich und erhältlich ist - im positiven, wie im negativen Sinne. 


   

An unserem letzten Tag in Yangon bzw. Myanmar, unternahmen wir noch eine Fahrt mit dem lokalen Zug. Der Zug wird auch "Kreisbahn" genannt, denn die Abfahrtsstation ist gleich der Endstation. Man kann sozusagen eine Stadtrundfahrt mit Besichtigung der außerhalb gelegenen Bezirke machen. Für ein paar Cent geht es drei Stunden lang im Schneckentempo einmal rund um die Stadt, vorbei an Reisfeldern, kleinen Dörfern und Märkten. Man sieht wie die Einheimischen leben und lernt die verschiedenen Seiten der Stadt kennen. Am Abend gab es dann sehr leckeres Essen in der 19th street, wo sich kleine lokale Restaurants endlos aneinander reihen. 

Wir haben vorher viele eher negative Berichte über Yangon gelesen, wurden aber auch hier wieder einmal vom Gegenteil überrascht. Für uns ist Yangon eine der schönsten Großstädte Südostasiens, sofern man Großstädte mag. 

Und schon hieß es für uns wieder Abschied nehmen, von einem Land dessen vielfältige Schönheit, auch uns in ihren Bann gezogen hat.