Hue / DMZ - Hai Van Pass - Da Nang


Hue eignet sich bestens als Ausgangsort für eine Tour in die ehemals entmilitarisierte Zone (DMZ). Die Spuren der Auseinandersetzungen und Flächenbombardements sind in diesem Gebiet heute noch zu sehen. Neben Ruinen erinnern Friedhöfe, Gedenkstätten und Museen an die Schrecken von einst.

In Hue buchten wir eine geführte Tagestouren in die DMZ. Eine solche Tour macht am meisten Sinn, da die geschichtsträchtigen Orte weit auseinanderliegen und schlecht ausgeschildert sind. Abseits der offiziellen Wege sollte man sich sowieso nur mit einheimischen Guides bewegen, da noch immer viel Kriegsschrott in der Landschaft rumliegt. Explodierende Blindgänger haben in den letzten 40 Jahren tausende Menschen getötet oder verletzt.

Wir wurden am Morgen von einem Minibus nahe unseres Hotels abgeholt. Die Gruppe bestand aus 8 Personen plus unserem Guide, die mit im Bus saß und uns unterwegs schon mal mit geschichtlichen Informationen versorgte.
  
  
   

Den ersten richtigen Halt machten wir an einer unscheinbar aussehenden Brücke. Die Brücke war damals ein wichtiger Teil des Ho-Chi-Minh-Pfades, da hierüber Waffen und Truppen nach Südvietnam geschafft wurden. Der Ho-Chi-Minh-Pfad verlief damals nicht wie ein klassischer Pfad, daher konnten die konkreten Routen von den Amerikanern nie richtig ausgemacht werden. Selbst der Einsatz von Agent Orange zur Entlaubung der Vegetation entlang der Pfade, brachte wenig Erfolg. Somit konzentrierten die Amerikaner ihr Feuer auf offensichtliche Ziele, wie diese Brücke. Die Brücke wurde von den Vietnamesen angeblich jeden Abend mit tausenden Helfern wieder aufgebaut. An der Brücke selbst erinnert heute nichts mehr daran welche wichtige Rolle sie einst spielte. 
Überhaupt, sieht man von der alten Demarkationslinie in der jetzigen Zeit nichts mehr. Im Jahr 1954 wurde der Ben Hai Fluss durch das Genfer Abkommen zur Demarkationslinie zwischen Nord- und Südvietnam erklärt. Ein Gebiet von jeweils fünf Kilometern zu beiden Seiten sollte bis zu den Wahlen 1956 militärfreies Niemandsland sein. Doch diese fanden nie statt. Stattdessen wurde die DMZ bis zur Wiedervereinigung des Landes 1975 praktisch die Grenze zwischen Nord- und Süd-Vietnam.

Wieder im Bus hieß der nächste Anlaufpunkt „Khe Sanh combat base“. Der alte amerikanische Stützpunkt liegt hoch in den Bergen. Unser kleiner Tourbus schlängelte sich die schmale Straße hinauf. Die alte Basis dient heute als Museum und auf dem Gelände steht noch Einiges von dem zurückgelassenen Armee-Schrott, wie Bomben und sonstige Munition, Panzer, Helikopter und sogar ein großer Flieger der US Air Force. Mit dem leichten Nebel, der über dem Berg lag, sah das Flugzeug geradezu geisterhaft aus. 


   
  
  


Nach dem Mittagessen fuhren wir zu einem der Soldatenfriedhöfe in der DMZ. Hier, auf dem Truong-Son-Friedhof, stehen mehr als 10.000 Grabsteine. Die meisten Soldaten waren noch sehr jung und sind etwa im Alter zwischen 18 und 22 Jahren gestorben.


 

Den Abschluss der Tour markierten die Tunnel von Vinh Moc. Ein wenig gedrückt ist die Stimmung auf so einer Tour natürlich schon irgendwie und dies setzte sich auch bei den Tunnelanlagen fort. Das unterirdische Labyrinth besteht aus drei Ebenen und ist bis zu 23 Meter tief. Hier haben während des Krieges mehrere Hundert Menschen gelebt. Schon ohne das Geräusch fallender Bomben fiel es so manchem in unserer Gurppe schwer, in den engen Gängen nicht in Panik zu verfallen. Es war richtig stickig und selbst auf die kurze Dauer unangenehm. 
Die Räume, in denen ganze Familien lebten, sind winzig klein. Durch die Belüftungstunnel fällt ein bisschen Licht, aber sonst hatten die Bewohner nur Kerzen. Darüber hinaus gab es damals unterirdische Küchen, einen Behandlungsraum für Verletzte und sogar einen Kindergarten. Das Tunnelsystem hat mehrere Ausgänge, einer liegt direkt an der Felsküste. Als wir das Tageslicht sahen, das Meer rauschen hörten und frische Luft einatmeten, wurden uns diese einfachen Privilegien mal wieder bewusst. Die graue Küstenlandschaft rief uns bekannte Bilder vom Atlantikwall in der Normandie ins Gedächtnis. Es ist manchmal schon komisch wie wir Gesehenes miteinander assoziieren. 


   
  
   

Am späten Nachmittag machten wir uns auf die weite Fahrt zurück nach Hue. Diese Tour ist mit Sicherheit keine klassische Attraktion, da an vielen Orten nur noch die Erinnerung existiert und die geschichtliche Bedeutung nicht immer so rüber kommt. Wenn man sich für die Geschichte und den Vietnamkrieg wirklich interessiert, lohnt sich die Tour in der DMZ aber auf jeden Fall. 




Über den Wolkenpass (Hai Van Pass) und Da Nang - bis nach Hoi An  

Bei der Agentur, mit welcher wir schon die DMZ Tour gemacht haben, liehen wir uns in Hue ein Motorrad aus, mit welchem wir bis nach Hoi An gefahren sind. Die Agentur hat sich auch darum gekümmert, das unsere großen Rucksäcke in der Zwischenzeit mit einem Auto nach Hoi An gebracht werden, wo wir sie bei der Rückgabe des Motorrads wieder abholen konnten. 

Der erste Teil der Strecke führte über sehr schmale Landstraßen und wir fuhren durch viele Dörfer, wo wir den Bewohnern immer schön zuwinken konnten. Das bereitet uns schon auf unserer ganzen Reise immer wieder Freude :)  

Wir erreichten eine Autobahn und schlängelten uns anschließend von Norden kommend die Serpentinen hinauf. Oben auf dem Berg liegen die Reste der alten französischen und amerikanischen Bunkeranlagen. Diese Stelle war früher einmal hart umkämpft. 
Der 21 Kilometer lange Wolkenpass führt über die Ausläufer des Truong-Son-Gebirges, das hier bis ins Meer reicht. Er bildet neben der ehemaligen geografischen Grenze auch eine klimatische Grenze zwischen dem Norden und dem Süden. Neben der Straße, die über den Berg führt, gibt es noch eine Eisenbahnlinie. Sie liegt niedriger, orientiert sich mehr zum Meer hin und führt streckenweise durch Tunnel.
Bei der anschließenden Abfahrt auf der Südseite reichte der Blick über das Meer bis auf den Hafen und die Skyline von Da Nang. Leider hatten wir aufgrund von Wolken und etwas Nebel keine klare Sicht. 

Als wir in der Hafenstadt Da Nang ankamen, mussten wir uns etwas durch den Verkehr wuseln und überquerten eine der vielen Brücken, die über dem Fluss Han führen. Der letzte Teil der Strecke führte dann über idyllische Landstraßen vorbei an Reisfeldern bis nach Hoi An.