Phong-Nha und das verborgene Paradies


Bevor wir über unseren Besuch in Phong Nha berichten, müssen wir noch kurz von den komfortablen vietnamesischen Nachtbussen schwärmen. Unser Bus aus Tam Coc kam noch vor dem Morgengrauen in Phong Nha an. In Vietnam bietet so ein Nachtbus richtigen Luxus zum kleinen Preis. Man sollte allerdings einen Platz unten in einer der beiden Fensterreihen buchen. Oben in den Stockbetten und in der Mitte ist es nicht so schön. Ansonsten konnten wir bequem aufrecht sitzen oder komplett liegen und wir hatten erstaunlich stabiles Wlan. 

Phong Nha ist für seine riesigen Höhlensysteme bekannt. Hier befindet sich mit dem Son Doong Cave auch die größte Höhle der Welt, die Anfang der 90er Jahre entdeckt und erst 2009 erforscht wurde. Die Son Doong Höhle besitzt Flüsse, Seen, Strände und einen eigenen Dschungel. Und sie ist so gigantisch groß, dass sie ihre eigenen Wolken bildet, also kann es innerhalb der Höhle regnen. Diese Höhle kann man jedoch nicht mal eben so betreten, denn die Besucherzahl ist sehr limitiert. Man muss sich ein Jahr vorher anmelden und begibt sich dann auf eine 6 Tage Expedition, Kostenpunkt etwa 3.000 Euro pro Person. Tief in der Höhle trifft man u.a. auf eine 100 Meter hohe Felswand, die man mit entsprechender Ausrüstung herabsteigt, um die andere Seite der Höhle zu erreichen. 
In Phong Nha gibt es jedoch noch viele andere spannende Höhlen, die man auch in ein- bis drei Tagen erkunden kann. Für jede Höhle wurden uns mehrere Tourvarianten von unserem Hostel und den Reiseagenturen angeboten. Je nachdem wie fit man ist und Zeit sowie Geld investieren möchte, kann man sich in eine oder mehrere Höhlen wagen. Wir haben uns schließlich für eine Tagestour mit den beiden Klassikern Paradise Cave und Phong Nha Cave entschieden. Zu diesen beiden Höhlen kann man eigentlich auch mit einem Motorrad fahren und diese auf eigene Faust betreten. Doch die organisierten Touren sind in Vietnam meist keine schlechte Wahl und nachdem wir bereits eine gute Erfahrung mit einer Tagestour in der Halong Bay gemacht haben, ließen wir uns auch hier darauf ein.  


Paradise Cave

Am Morgen wurden wir mit einem Minibus vom Hotel abgeholt und sind zuerst zum Paradise Cave gefahren. Ab dem Ausgangspunkt, wo man vom Bus rausgelassen wird, hatten wir noch einen 15 minütigen Hike durch den Wald bis nach oben zur Höhle zurückzulegen. Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung durften wir die "paradisische" Höhle auch schon betreten. Nach dem Eingang geht es gleich steil nach unten wo sich ein riesiger Raum öffnet. Die Dimensionen versetzten uns in ungläubiges Staunen. Doch nicht nur die Größe ist beeindruckend, sondern auch die Formen der sog. Stalagmiten und Stalaktiten. Die Höhle ist geschickt ausgeleuchtet, wodurch ihre ganze Schönheit zur Geltung kommt. Leider kommt das auf Fotos nur halbwegs rüber. Der ausgeleuchtete Teil ist 1 km lang und führte uns über Holzstege bis ans Ende. Ab da kann man auch eine Tour, die weitere 6 km tiefer in die Höhle führt buchen, allerdings war zu der Zeit ein Großteil geflutet und damit nicht begehbar, sodass es für uns wenig Sinn gemacht hätte. 


   
  
  
   



Phong-Nha Cave

Nachdem wir die Paradise Höhle gesehen und zurück ans Tageslicht gefunden haben, gab es Mittagessen. Anschließend ging es auch schon weiter mit dem Bus zu einer Anliegestelle, wo wir auf ein Boot, welches uns zur Phong Nha Höhle gebracht hat, umgestiegen sind. 
Diese Höhle ist also nicht über Land begehbar, über den Fluss kann man jedoch mit dem Boot direkt in die Höhle fahren. Die Phong Nha Höhle galt lange als größte Höhle Vietnams, bis die Son Doong Höhle entdeckt wurde. Das Boot fuhr ein Stück in die Höhle und hielt an einem Sandstrand innerhalb der Höhle. Von hier aus durften wir zu Fuß weiter in Höhle hinein. Die Phon Nha Höhle ist nicht so groß wie die Paradise Höhle, doch bietet sie mit dem Fluss, den Stränden und verschiedenen Durchgängen, viel Abwechslung. Nach etwa einer Stunde selbstständiger Erkundung der faszinierenden Räume, ging es zurück auf das Boot und zum Hostel. 

Wir haben uns vor diesem Trip kaum für Höhlen interessiert und hatten bis dahin auch nur die Tropfsteinhöhle in Gößweinstein gesehen :) Damit lassen sich die Höhlensysteme in Phong Nha natürlich überhaupt nicht vergleichen. Wir waren von der Welt, die unter uns verborgen lag, fasziniert. Die schiere Größe und die Formationen in den Höhlen erschienen unwirklich, als hätte jemand das alles genau so geplant und zusammengestellt, wie ein Museum. Vielleicht gibt es in Vietnam sogar noch heute unentdeckte Höhlensysteme von denen niemand etwas weiß. 

Damit war auch unser zweiter organisierter Tagesausflug in Vietnam ein voller Erfolg. Die gesamte Atmosphäre war einfach positiv und die Tour war sehr gut abgestimmt und organisiert. 
Das läuft bei den Vietnamesen :)