Manila - Philippinen


Unsere Reise zu den Philippinen begann mit einem kurzen Schreckmoment. Die Airline konnte uns am Flughafen nicht einchecken, da wir kein Ausreiseticket vorweisen konnten. Wir hatten die Einreisebedingungen zwar gelesen, diesen Punkt aber nicht weiter Ernst genommen. Zu oft hatten wir uns Anderenorts schon einen Flug zurecht gelegt, den wir dann bei Nachfrage als gefakte Buchung hätten vorzeigen oder kurzfristig buchen können, was bislang keinen Menschen interessiert hat, obwohl es angeblich in mehreren Ländern verlangt wird. Die Philippinen sind dahingehend jedoch strikt, mit denen ist da nicht zu Spaßen, wie wir herausgefunden haben. Deutschen werden 30 Tage visumfrei gewährt, ohne das Ausreiseticket kommt man jedoch erst gar nicht ins Flugzeug. Beim Check-in hat die Airline tatsächlich genauestens im System geprüft, ob unsere Flugbuchung ab den Philippinen wirklich existiert. Da wir die Sache aufgrund unserer Erfahrungen nicht ernst genommen haben, hatten wir auch keine Buchung, also überlegten wir uns wann und wohin wir später weiterreisen würden. Lange Zeit zum Grübeln hatten wir nicht, also buchten wir in Windeseile einen Flug nach Jakarta (Indonesien) und checkten in letzter Sekunde ein. 

Als wir in Manila aus dem Flughafen kamen, waren wir überrascht wie wenig asiatisch alles auf uns wirkte. Auf den Straßen lauter Van’s und SUV’s, aber keine Motorroller. Unsere Taxifahrerin hätte auch locker als Mexikanerin durchgehen können, ihr Englisch war gut, doch irgendwie sprach sie mit spanischem Akzent und gestikulierte auch passend dazu. 
Da auf den Straßen aber auch viele der typischen Jeepnees herumfuhren, waren wir immer noch sicher in Manila gelandet zu sein. Jeepnees - so werden die alten Geländewagen genannt, die nach der amerikanischen Besatzungszeit in kleine Busse umgebaut wurden und noch heute das Straßenbild auf den Philippinen prägen. 

Für Manila hatten wir uns seit langem mal wieder für ein Hostel entschieden. In Vietnam waren die Gasthäuser und Hotels so komfortabel und günstig, das wir auf Hostels verzichtet haben. In Manila wollten wir jedoch wieder mit anderen Backpackern zusammenkommen und uns austauschen, was dann auch super geklappt hat. Das Hostel war voller interessanter Weltenbummler und bot neben einem Pool auch eine super Aussicht auf Manila’s Skyline.


 
              

Viele der Backpacker hatten schon einige Ausflüge auf den Philippinen hinter sich und konnten uns von ihren Erfahrungen berichten. Vor allem Jen konnte uns als Einheimische, die leidenschaftlich gerne reist, viele nützliche Tipps mit auf dem Weg geben und uns dabei die philippinische Kultur näher bringen. 
Wir merkten schnell, dass diesmal etwas mehr Planung nötig sein würde, um nicht unnötig Zeit und Geld zu verschwenden. Die Flüge zu den Inseln sind nur günstig, wenn man sie zeitnah bucht, was im Rest Südostasiens eigentlich nicht so gravierend ist. Zudem nehmen die Reisen von einer Insel zur Anderen, selbst wenn man fliegt, zwei Tage in Anspruch. Ist man dann erst mal auf den Inseln, gibt es oft kein gutes Internet, sodass Flugbuchungen schwierig werden. Also schmiedeten wir einen detaillierten Plan und buchten ganze vier Flüge im Voraus, was für uns extrem ungewohnt war. Man kann die Inseln zwar auch mit der Fähre erreichen, doch waren uns die Fahrten, die über mehrere Tage gehen, zu zeitaufwändig.  

Das Ergebnis unserer Recherchen sah für uns folgenden dreiwöchigen Plan vor: 
- Port Barton und El Nido auf der Insel Palawan
- Moalboal auf Cebu und weiter auf die Insel Siquijor 
- Legazpi auf Luzon und von dort über Manila weiter zu den Reisterrassen in Banaue

Außer, dass wir im Hostel viel Zeit mit dem Planen unserer Weiterreise verbracht haben, gab es in der Stadt nicht viel zu tun.
In Manila gibt es nicht so die klassischen Sehenswürdigkeiten, dafür aber an jeder Ecke einen Basketballplatz, ganz zu Alex’s Freude. Die Filipinos haben viel von der spanischen, aber auch von der amerikanischen Kultur übernommen. So ist Basketball der unangefochtene Nationalsport auf den Philippinen. Die meisten Filipinos mögen vielleicht nicht gerade groß gewachsen sein, dafür spielen sie das Spiel aber mit umso mehr Leidenschaft. Als wir an einem Abend zurück zu unserem Hostel liefen, wurde Alex von ein paar Jungs gefragt ob er nicht mitspielen möchte. Er nahm die Einladung natürlich dankend an, zumal es sich um einen ziemlich einmaligen Basketballplatz handelte. Inmitten einer viel befahrenen Verkehrskreuzung, befand sich ein Half Court mit einem Korb. Unmittelbar um den Platz herum rauschten die Autos vorbei. Die Zuschauer bildeten einen Kreis um den Platz, sodass der Ball immer von jemanden abgefangen werden konnte und nicht verloren ging. Das ist noch echtes Streetball, dachten wir uns :) 

Nach ein bisschen Small- und Trash talk ging es auch schon los. Alex war als einziger Ausländer weit und breit, der absolute Star. Die Filipinos spielten ihm gerne den einen oder anderen zusätzlichen Ball zu, um ihn dann bei seinen Aktionen zu bejubeln - mit so viel Aufmerksamkeit und der damit verbundenen Drucksituation muss man erst mal umgehen können :D