Jakarta - Java, Indonesien




Nach unserer Zeit auf den Philippinen, wartete mit Indonesien, das letzte südostasiatische Land unserer Reise, entdeckt zu werden. Als wir spät Abends am Flughafen von Jakarta landeten, ahnten wir noch nicht, dass wir die wohl längste Taxifahrt unserer Reise vor uns haben. Da wir die Taxi-Routen meistens live mit den Routen aus unserer Navigations-App ( MapsMe ) vergleichen, fiel irgendwann auf, dass wir in der falschen Richtung unterwegs waren. Doch auch nachdem wir dem Fahrer die korrekte Route zu unserem Hostel auf dem Navi zeigten, fuhr er falsch. Als wir schon nicht mehr weiter wussten, hielt uns auch noch die Polizei in einer verkehrsruhigen Strasse an. Die Beamten baten uns aus dem Auto zu steigen und unsere Reispässe vorzulegen. Sie fragten uns außerdem in welcher Beziehung wir zueinander stehen - alles irgendwie seltsam. Wir nutzten die Gelegenheit und fragten die Polizisten ob sie unserem Fahrer vielleicht den Weg zu unserem Hostel erklären könnten. Sie sprachen daraufhin kurz mit dem Fahrer und wir konnten unsere Suche fortsetzen. Nach etwa zwei Stunden kamen wir endlich bei unserem Hostel an. Unsere Stimmung stieg weiter, als wir bemerkten welch ungewöhnlich luxuriöses Hostel wir gebucht hatten, das “Capsule Hotel Jakarta”.  Es wirkt auch mehr wie ein Hotel, als ein klassisches Hostel, obwohl es auch viele Gemeinschaftszimmer bietet. Wir hatten diesmal ein sehr großzügig ausgestattetes Doppelzimmer. 

An unserem ersten Tag in Jakarta nahmen wir an einer vom Hostel angebotenen City Walking Tour teil. So eine organisierte Tour ist ein guter Anfang und man kommt gleich mit anderen Backpackern und Einheimischen in Kontakt. Während der Tour kamen wir am National Museum vorbei und besuchten den Monas Tower - das National Monument und Symbol für den Kampf und die erbrachten Opfer der Menschen Indonesiens für Ihr Land und Ihre Unabhängigkeit während der holländischen Kolonialzeit.

  

In Kota Tua, dem Altstadtviertel mit seinen holländischen Kolonialbauten, steht das alte Stadthaus von Batavia, welches damals als Regierungssitz diente. Passend zum holländischen Ambiente, kann man sich hier eines der bunten Fahrräder ausleihen und die Straßen unsicher machen. Als wir dort ankamen, war der Platz vor dem Stadthaus voll von Kindern, die sehr neugierig auf uns reagierten. Ähnlich wie in Indien, lieben sie es Selfies mit Touristen zu machen, sind jedoch oft zu schüchtern um zu fragen. Daher gingen wir von uns aus auf sie zu und boten uns als Fotomotiv an - wir hatten damit ja schon viel Erfahrung :) 

   
   
  
       
  

Es macht einfach Spaß ein paar Worte mit den Menschen zu wechseln und sich gegenseitig ein Lachen zu schenken. Mit seinen gepflasterten Gassen, coolen Bars und den vielen Künstlern, versprüht dieser Stadtteil einen ganz eigenen und besonderen Flair. Beim Essen in einem der Restaurants, ließen wir uns das vorzügliche Nasi Goreng = Nationalgericht schmecken und hatten wieder die Gelegenheit uns mit anderen einheimischen Gästen zu unterhalten. Anschließend besuchten wir die Istiqlal Moschee. 
Mit Platz für 120.000 Gläubige, ist sie die größte Moschee Südostasiens. Wir waren zwar nicht ganz angemessen gekleidet, bekamen am Eingang jedoch hübsche Mäntel, in die wir uns einhüllten. Das Gebäude, wie auch das riesige Gelände, welches sich mitten in der Stadt befindet, sind äußerst beeindruckend. 


       



Kurz vor Sonnenuntergang machten wir einen Spaziergang durch den alten Hafen namens Sunda Kelapa. Besonders sehenswert, fanden wir diesen Teil des Hafens allerdings nicht. Man hat keine schöne Aussicht und von den Be- und Entladeaktivitäten bekommt man kaum etwas mit. Danach neigte sich unsere Besichtigungstour auch schon dem Ende zu, wobei Jakarta im Vergleich mit anderen asiatischen Großstädten ohnehin nicht ganz so viele Touristenattraktionen zu bieten hat. Man lernt die Stadt wahrscheinlich erst bei einem längeren Aufenthalt richtig zu schätzen, oder auch nicht. Ohnehin ist es meistens so, dass die Städte ihre wahren Attraktionen erst mit der Zeit preisgeben. Wir hatten allerdings keinen besonders langen Aufenthalt im Sinn und wollen uns daher auch kein finales Urteil erlauben. In den drei Tagen hatten wir jedoch immer noch genug Zeit, um neue Freundschaften zu schließen. Im Hostel führten wir interessante Gespräche mit John, einem Engländer, der die Welt mit seinem Motorrad umrundet hat und sich in Jakarta auf die Heimreise vorbereitete. Während der Walking Tour lernten wir außerdem drei Backpacker aus Deutschland kennen. Katha war alleine in Indonesien unterwegs und die beiden Jungs (Antonio und Niko) waren zuvor schon quer durch die USA gereist, bevor sich unsere Wege in Jakarta kreuzten. Ihre Pläne für Java deckten sich größtenteils mit den unseren und so ließ uns das Schicksal wieder einmal nicht alleine weiterziehen.